drive through city

VORLESUNGSREIHE UND
SEMINAR
WINTER 2015/16

Bild: Las Vegas Studio: Images from the Archive of Robert Venturi and Denise Scott Brown

 

 

„The architect, the planner, the sociologist, the economist, the philosopher or the politician cannot out of nothingness create new forms and relations. More precisely, the architect is no more a miracle-worker than the sociologist. Neither can create social relations....“

 

Zitat aus: Lefévbre, Henri, 1996, „The right to the city“, in E. Kofman and E. Lebas, (eds.) Henri Lefebvre: Writing on Cities. Oxford, Blackwell, p.147-159.

 

 

 

AUSGANGSLAGE - MÜNCHENS NORDEN ENTLANG DER B13

Das Seminar stellt die Frage nach den urbanen Qualitäten von Münchens Norden. Dazu werden die Quartiere entlang der B13 auf ihre sozialräumlichen und städtebaulichen Eigenschaften untersucht. Die Quartiere zwischen Leopoldstraße / Ingolstädter Straße weisen angesichts des hohen Entwicklungsdrucks auf den Wohnungsmarkt und ihrer relativ zentrumsnahen Lage große Entwicklungspotentiale auf. Aufgrund des Wohnungsmangels und der hohen Immobilienpreise in München, sind daher in nächster Zukunft Veränderungen durch Neubau und Nachverdichtung zu erwarten. 

Im Vergleich zum Angebot des Zentrums sowie den grünen Außenquartieren der Stadt erscheinen die dazwischenliegenden Quartiere nur wenige städtische Funktionen mit hoher Aufenthaltsqualität anzubieten: Die Bebauung entlang der Ingolstädter Straße ist durch die Planungsmaximen der Nachkriegsmoderne geprägt. Der autogerechte Umbau der Stadt und die räumliche Trennung städtischer Funktionen prägen die Quartiere. 

Diese Ausgangslage widerspricht den in Städtebau und Planung verbreiteten Vorstellungen nachhaltiger Quartiersentwicklung, die nach dem Vorbild der sogn. „europäischen Stadt“ das Prinzip der kurzen Wege und der Nutzungsmischung favorisieren. Das Seminar nimmt daher die Frage nach der sich wandelnden Vorstellungen von Wohn- und Arbeitskultur in den Städten zum Anlass die Transformationspotentiale, d.h. die Möglichkeiten und Spielräume zu ermitteln, die zu einer Stärkung der für das Gebiet und seine Identität spezifischen Qualitäten führen.

 

METHODE UND HERANGEHENSWEISE

Die Arbeitsweise des Seminars basiert auf einem relationalen Raumverständnis, in dem der Raum ausgehend vom Menschen betrachtet wird, der ihn durch seine Wahrnehmungs- und Kommunikationsprozesse, sein Denken und Handeln konstruiert. Ein gebauter Raum kann daher viele soziale Räume enthalten, deren Qualitäten im Rahmen einer zukünftigen städtebaulichen Überarbeitung des Gebietes berücksichtigt werden sollten. Die Analysen des Stadtraumes befassen sich daher mit einen doppelten Lesart. Der Erfassung der städtebaulichen Rahmenbedingungen und den damit verbundenen Umweltqualitäten sowie der Analyse des Raumes als sozialem Ort der Alltagskultur. 

 

ABLAUF UND ZIEL - ERHEBUNG / ANALYSE / KARTIERUNG / BEWERTUNG

Mit der Methode der Kartierung und durch die Kombination unterschiedlicher Analysemethoden der Stadtforschung: Der Analyse digitaler Daten, der Durchführung ethnografischer Studien und stadträumlicher Analysen etc. soll eine themenspezifische Kartensammlung entstehen, die Qualitäten der baulichen und sozialen Stadtstruktur und ihrer jeweiligen Beziehungen analysiert und dokumentiert. Neben der räumlichen Analyse sollen sozial-räumliche Analysen einen Einblick in die alltägliche Nutzung des Raumes geben. 

Das Seminar möchte mithilfe der Kartensammlung eine Grundlage schaffen, die einen kritischen Blick auf die Transformationspotentiale entlang der Ingolstädterstraße hinsichtlich der Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung der Quartiere erlaubt. Die Analyse erfolgt in zwei Schritten. In einer ersten Phase werden die übergeordneten räumlichen Bezüge und Grundlagen erarbeitet. In einer zweiten Phase sollen die Transformationspotentiale anhand ausgewählter Schlüsselräume innerhalb der Quartiere im Detail analysiert und die daraus gewonnenen Erkenntnisse über die urbanen Qualitäten entlang der Ingolstätder Straße zur Diskussion gestellt werden.

 

Abb. Robert Venturi und Denise Scott Brown auf dem Strip von Las Vegas, 1968. Foto:LLVRS


Assistenten: Andy Westner, Roman Leonhartsberger

Lehrbeauftragte: Tanja Herdt, Dr.sc. ETHZ, Dipl.Ing. TU/SIA

 

// Vorlesungsreihe 'Drive Through City' / Sustainable Urbanism I

Montags 13:15 - 14:45 Uhr // Hörsaal 2770

 

// Seminar 'Der Münchener Norden im Rückspiegel' / Sustainable Urbanism Vertiefung

Montags im Anschluss an die Vorlesung 15:00 - 18:00 Uhr // vorauss. Raum 2255

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