stadtlabor nürnberg 2050

ENTWURFSSTUDIO SOMMER 2011

ENTWURFSSTUDIO SOMMER 2011

 

Herausforderung

Die Geschwindigkeit globalen Wandels – ob wirtschaftlich, sozial, technologisch oder ökologisch - schlägt sich zuvorderst in Städten und städtischen Agglomerationen nieder. Nürnberg West ist unmittelbar von den Folgen des wirtschaftlichen Wandels der jüngeren Vergangenheit betroffen. Schließungen und Insolvenzen langjährig ansässiger Unternehmen haben zu massiven Arbeitsplatzverlusten geführt, brachliegende Gewerbeflächen bestimmen in großen Arealen den Charakter des früheren Gewerbestandortes. 

Gleichzeitig ist die Richtung möglicher zukünftiger Entwicklungen unsicherer denn je. Es gibt viele Faktoren, die grundlegende Entscheidungen für einen eindeutigen Entwicklungspfad erschweren. Dabei spielen u.a. die Themen Reduktion des CO2-Ausstoßes, Verschiebungen in der Bevölkerungsstruktur, knapper werdender Ressourcen und steigender Energiepreise eine entscheidende Rolle. Hierbei werfen die Erfordernisse zur Energieeinsparung und der Umgestaltung des Energiesystems in Verbindung mit den städtebaulichen Herausforderungen weitere Fragen zur Entwicklung der Städte auf.   

 

Potentiale Nürnberg West

In direkter Nachbarschaft zur Altstadt Nürnbergs bietet die Nürnberger Weststadt ein enormes Entwicklungspotenzial, dessen positive Wirkung vor allem unter Einbindung der spezifisch vorhandenen Ressourcen für eine Mischnutzung des Quartiers entwickelt und genutzt werden muss. Ein Areal dieser Größe kann strategische Bedeutung erlangen, und die Stadt im internationalen Standortwettbewerb stärken. 

 

Entwurf

Der Entwurf ist eingebunden in einen langfristig angelegten Entwicklungsprozess „Stadtlabor Nürnberg West“. Die Entwürfe sollen einen Beitrag dazu leisten, zukünftige Fragen in der Stadtenwicklung auf strategischer Ebene innovativ voranzutreiben. Innerhalb des Stadtlabors sollen Entwicklungspfade für den Perimeter identifiziert, Möglichkeiten der Qualifizierung hinsichtlich nachhaltiger Stadtentwicklungs- und Sanierungspolitik abgeschätzt und als Katalysatoren wirkende Initialprojekte erarbeitet werden.

 

Ziel der Arbeit

Der Erhalt und die Weiterentwicklung der Nürnberger Weststadt als Standort für Wirtschaft und Kultur sowie als Ort zum Wohnen, Arbeiten und Leben sind das vorrangige Ziel der Bearbeitung. Der Standort Stadt wird dabei als heterogenes Gebilde mit unterschiedlichsten Qualitäten nachgefragt. Die räumlich stark begrenzten Eingriffe müssen möglichst wirkungsvolle Entwicklungsimpulse für die gesamte Stadt mit ihren verschiedenen relevanten Maßstabsebenen und Raumdimensionen generieren. Durch eine nachhaltige, integrierte Planung kann eine Entwicklung angestoßen werden, die einen lebenswerten urbanen Raum mit Zukunftschancen hervorbringt. Nachhaltige Stadtentwicklung bedeutet dabei, die Wirkungsweise der ineinander greifenden räumlichen Maßstabsebenen und ihre gegenseitigen funktionalen Abhängigkeiten ernst zu nehmen und zu gestalten. Dabei ist die ‚lebenswerte Stadt’ als Grundvoraussetzung für die Zukunftsfähigkeit des Lebens- und Wirtschaftsraums zu sehen.

 

Organisation

Einführend erfolgt im Rahmen eines interdisziplinären ‚kick-off workshop’ eine spezifische Systemanalyse der Situation vor Ort in den Themenbereichen: Städtebauliche Situation, Bebauung und natürliche Umgebung, Mobilitätsstrukturen, Energie und Ressourcen, Soziale Struktur, Ökonomische Strukturen, Bildung, Versorgung, Wasser etc.

Aufbauend auf den Ergebnissen des Kick-off workshop werden im Rahmen von "Szenario-Analysen" weitere Grundlagen-Bausteine erarbeitet. Durch die Arbeit mit Szenarien sollen Kern-Strategien herausdestilliert werden. Die Szenarien sprechen auf unterschiedliche Weise bestimmte Schlüsselfragen an. Aus diesen ergeben sich unterschiedliche Schwerpunktthemen für die Entwürfe. Parallel werden die erhobenen Daten in relevante Kennwerte gefasst und mit einer 3D-Modellierung und Visualisierung als Grundlage für die szenarische Betrachtung und die Sensitivitätsanalysen verknüpft.

Mit ihren Entwürfen werden die Studierenden in ganzen Systemen denken. Innerhalb des Systems sollen exemplarische Pilotprojekte erarbeitet werden, die eine strategische Bedeutung in der Entwicklung des Gebietes erfüllen und dabei die wichtigen Treiber städtebaulichen Wandels berücksichtigen.

 

sustainable urbanism
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